Ein natürlich wilder Donnerstag

Autor: Samantha Kokolovec

Zeitung: 2015/1

Rubriken: Freizeit, Kultur

Weiter geht’s mit den kulturhistorischen Vorträgen

Am 19. März fand wieder ein informationsreicher Vortrag von Gábor Váradi im Nationalitätenhaus (Osztróvszky utca 6.) statt. Diesmal stand die Natur mit dem Titel Die letze Wildnis 3 (Deutsche Nationalparks) im Mittelpunkt. GeMa war natürlich wieder dabei.

Diesmal wurde die Miniserie Die letzte Wildnis fortgesetzt. Dieses Thema wird im Rahmen der Vortragsreihe seit April 2014 behandelt. Bei den ersten Malen wurde allgemein über die Nationalparks gesprochen, wo sie in der Welt auffindbar sind und wo die ersten in Europa eröffnet wurden. Dann wurde die Aufmerksamkeit auf die deutschen Nationalparks gerichtet, von denen die ersten fünf auch vorgestellt worden sind. Der zweite Teil wurde im Oktober 2014 mit dem Titel Die letzte Wildnis 2 gehalten.

was bisher geschah

Vor dem Vortrag fand aber natürlich der Leseabend um 17 Uhr statt. Diesmal wurden praktische Artikel zum Thema Ostern gelesen (Tipps fürs Backen und für die Festdekoration). Man hatte wirklich ein wahres österliches Gefühl bekommen und konnte fast den Duft der Narzissen riechen, die in den verschiedenen Artikeln vorkamen.

Um 18:00 Uhr verließen wir dann das Meer der Wörter, um einen Streifzug in den deutschen Wäldern machen zu können. Während sich das Publikum versammelte, konnte man mit einem Naturfilm auf die Stimmung des Vortrags einstellen. Als das Intro der Serie Schwarzwaldklinik erklang, wusste man, dass es soweit ist. Es versetzt einen sofort in die richtige Stimmung. Es wurden 15 Nationalparks aufgezählt, die in Deutschland derzeit auffindbar sind. Der älteste ist der Nationalpark Bayerischer Wald (im Hinteren Bayerischen Wald direkt an der Grenze zu Tschechien).[1] Die jüngste ist Der Nationalpark Schwarzwald[2]  und er ist gleichzeitig auch der erste Nationalpark in Baden-Württemberg. Er liegt am Hauptkamm des Nordschwarzwalds überwiegend zwischen der Schwarzwaldhochstraße und dem Tal der Murg. Geplant sind noch weitere sieben Parks. Der nächste, der an der Reihe kommt, ist Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald (in den Ländern Rheinland-Pfalz und Saarland).

Über die Fakten hinaus bekam das Publikum eine große Packung Niedlichkeit mit Hilfe von Mardern, Waschbären, Luchs- und Wildkatzenbabys. Natürlich tauchte auch die Frage auf, ob sich die Waschbären wirklich waschen? In Wahrheit tasten sie die Nahrungsmittel und andere Gegenstände sorgfältig mit ihren Vorderpfoten ab, um sich ein Bild von ihnen zu machen und unerwünschte Teile zu entfernen. Eine Art Waschen ist das schon, aber hauptsächlich geht es doch eher um Ernährung als um Hygiene.

Wenn wir schon bei den Tieren sind, könnt ihr erraten, welche von den unten angegebenen Tieren zu welchem Nationalpark gehören? Denn fast jeder hat ein Maskottchen oder ein Tier, das für den jeweiligen Park charakteristisch ist. (Am Ende des Artikels findet ihr eine kleine Hilfe.)

1) Hainich

2) Kellerwald-Edersee

3) Schwarzwald

4) Bayerischer  Wald

5) Berchtesgaden

nationalparks_quiz

Neben den Tieren wurden atemberaubernde Bilder über die Wälder gezeigt, die in allen Jahreszeiten wunderschön sind. Es lohnt sich nachzuschlagen, was die Besucher erwartet. Die Sollte jemand demnächst Lust haben, bei einem Besuch in Deutschland einen naheliegenden Nationalpark aufzusuchen, kann er sich mit Hilfe des folgenden Bildes auf der Landkarte leicht orientieren.

nationalparks_karte

Nach dem Vortrag konnten die Anwesenden nicht nur das Gefühl haben, wieder viel Wertvolles und Unterhaltsames erlebt und gehört zu haben, sondern obendrein auch noch einen Blumenstrauß aus Narzissen mit nach Hause nehmen. Der Vortragende brachte nämlich einen ganzen Korb voll frischer Narzissen aus dem eigenen Garten mit. Der imaginäre Duft der Narzissen des Leseabends ist nun zu einem tatsächlich wahrnehmbaren geworden.

*

Der nächste Leseabend und Vortrag findet am 16. April an selber Stelle und zum selben Zeitpunkt statt. Das Thema werden diesmal die Schwaben (Kultur und Stereotypen) sein. Alle sind herzlich wilkommen. Fortsetzung folgt…

 

Informationen über den vorigen Vortrag sind auf folgender Seite erreichbar:

–          http://www.gema.hu/2015/03/ein-programm-fur-jeden-dritten-donnerstag-im-monat/

Weiteres zum Nationalitätenhaus und zu den Programmen findet ihr auf den Seiten:

–          http://www.minority-szeged.hu/

–          http://www.gema.hu/2012/09/das-haus-der-minderheiten-in-szeged/

–          http://www.gema.hu/2014/10/wahlen-vor-der-tur/

1): d) Kaum jemand bekommt sie zu Gesicht. Aber sie sind da, im Hainich gibt es sie noch: die Wildkatzen…

2): b) 1934 wurde erstmals in Europa der Waschbär am Edersee ausgesetzt, der sich seitdem verbreitet hat.

3): c) Das Auerhuhn gilt in weiten Teilen Mitteleuropas als „vom Aussterben bedroht“ und steht in Deutschland auf der Roten Liste mit der höchsten Gefährdungsstufe. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass es im Schwarzwald mit ca. 600 Exemplaren noch heimisch ist.

4): a) Im Bayerischen Wald leben so viele Luchse, dass man sie von dort in andere Nationalparks umsiedelt.

5): e) In Bechtersgaden kann man auf den zahlreichen Wanderwegen einen der scheuen tierischen Alpenbewohner beobachten: das Murmeltier

/Samantha Kokolovec/

 Bilderquellen: Samantha Kokolovec, Gábor Váradi

 

 

 



[1] Er wurde am 7. Oktober 1970 als erster Nationalpark Deutschlands gegründet.

[2] Gegründet am 1. Januar 2014.