Das gewisse Wort mit ‚f‘ auf der Bühne

Autor: Krisztina Mária Zámbó

Zeitung: 2014/1

Rubriken: Freizeit, Kultur

„F*cken oder nicht F*cken, that’s the question, nichts Weiteres“.

Ein Bericht über das Theaterstück Metadolce und über seine Aufführung am 12. 02. 2014 in Szeged 

In seinem Artikel In einen Theaterfreund verwandelt (http://www.gema.hu/2013/12/in-einen-theaterfreund-verwandelt/) schrieb Balázs Kovács bereits über die Deutsche Bühne Ungarn. Eine Gruppe von Germanistikstudierenden aus Szeged fuhr Ende November 2013 nach Szekszárd, um der Theatervorstellung Die Verwandlung beizuwohnen und so der 130. Wiederkehr des Geburtstags von Franz Kafka zu gedenken. Im Februar 2014 kam die Deutsche Bühne nach Szeged und führte das Stück Metadolce im Festsaal der Fachmittelschule für Ökonomie József Kőrösy auf.

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Das zeitgenössische Drama wurde von Lilla Falussy auf Ungarisch geschrieben. Die drei Hauptprotagonisten sind der Held (Robert Martin), die Heldin (Christine Heller) und der Chor (Kata Lotz). Der Held signalisiert seine Alter Egos durch Frisurenwechsel, die Heldin sucht nach dem Richtigen und der Chor kommentiert, zerstört eine wunderbar romantische Szene mit  Musik oder gibt der Heldin Ratschläge: Zu dritt bilden sie ein humorvolles, manchmal sarkastisches, aber alles in allem liebevolles Ganzes.

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Diejenigen, die das klassische Theaterspiel bevorzugen, sollten dieses Stück lieber auslassen. Aber diejenigen, die sich für modernes, frisches Theater interessieren, ist das Drama Metadolce unbedingt zu empfehlen. Die Bühne ist einfach eingerichtet: ein paar kleine Stühle, eine Gitarre mit Tontechnik, die meist vom Chor benutzt und kontrolliert wird und ein kleines Podest, das als Bett funktioniert. Die Figuren nutzen den kleinen Platz wunderbar aus und der Audioverstärker sorgt dafür, dass die Zuschauer auch in den letzten Reihen alles hören können. Die Story ist leicht zu verstehen und die passende Musik unterstützt die Stimmung und macht die Geschehnisse noch verständlicher.  Die Heldin sucht nach dem Richtigen, indem sie ihre Vorstellung vom Traummann in Anzeigen wie „Suche alkoholfreien Mann“ eindeutig formuliert. Ihre Erwartungen stimmen nie mit den Erwartungen des Helden überein. Der Held weiß auch, dass er selbst Probleme hat: „Ich gebe zu, ich habe Charakterschwächen.“ Der Chor hilft manchmal der Heldin, manchmal kommentiert er nur einfach, was sie macht. „F*cken oder nicht F*cken, that’s the question, nichts Weiteres.“

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Das Drama besteht aus mehreren, kleineren Situationen, Szenen; sie sind um einen Themenkreis herum gruppiert. Wie kann man den Richtigen finden, welche Schwierigkeiten können dabei auftreten bzw. was kann schief gehen.

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Nach der Aufführung hatte GeMa die Möglichkeit, mit den Schauspielern über das Stück, das Publikum und über die zukünftigen Pläne bzw. die nächsten Stücke zu sprechen.

Metadolce, ein Wort, welches eigentlich nicht existiert, aber doch viel bedeutet. Während der Übersetzung war fraglich, ob der Übersetzer Albert Koncsek den Titel als Demi Doux (fr. halbsüß) übersetzen soll oder nicht, aber die Regisseurin Krisztina Rosner meinte, es soll der originale Titel beibehalten werden, erzählte uns Kata Lotz. Meta stammt aus dem Griechischen und bedeutet ‚zwischen’. Dolce ist ein italienisches Wort und bedeutet ‚süß’, ergänzte Christine Heller. Man könnte den Titel auch mit Bittersweet Symphony assoziieren, meinte Robert Martin, denn Metadolce behandelt das Thema Beziehung zwischen Frau und Mann, die oft nicht nur süß, sondern auch bitter ist.

Die Schauspieler waren angenehm überrascht von der großen Zahl der Zuschauer. Das Publikum war auch sehr bunt, es waren mehrheitlich Jugendliche mit von der Partie: Schüler aus den Gymnasien Ságvári und Deák sowie aus der Gastgeberinstitution Kőrösy und viele Studierende der Germanistik. An anderen Aufführungsorten bestand das Publikum vor allem aus Erwachsenen, die einen ganz anderen Humor haben als die jüngere Generation, und es war gut zu sehen, dass die Jugendlichen auch verstehen, worum es geht, und nicht selten herzlich gelacht haben. Das Stück ist sprachlich leicht zu verstehen, aber manchmal kommen betont sexuelle Aussagen vor, die für empfindlichere Ohren eventuell unangenehm sein können.

Am 21. Februar 2014 fand die Premiere von Ein Sommernachtstraum, einer Komödie von William Shakespeare, in Szekszárd statt. Es ist ferner geplant, das Stück Bandscheibenvorfall von Ingrid Lausund auf die Bühne zu bringen (Premiere: 08. April 2014).

Für weitere Informationen siehe die Webseite der Deutschen Bühne Ungarn: http://www.dbu.hu

/Krisztina Zámbó/

Quelle aller Bilder: Deutsche Bühne Ungarn