Abgedreht, Kamera in der Hand!

Autor: Attila Almási

Zeitung: 2012/2

Rubrik: Kultur

Etwas Neues zu schaffen macht immer große Freude. Besonders dann, wenn man etwas herstellt, das auch für andere interessant ist, wie z. B. ein Film.

Eine erste Chance dazu,  bei der Herstellung eines Films mitzumachen, bekam ich im Gymnasium. Damals konnte ich mit meinen Klassenkamareden gemeinsam beim Wettbewerb „Abgedreht“ teilnehmen. Abgedreht ist ein Filmfest, das sich mit der deutschen Minderheit in Ungarn (mit den so genannten „Ungarndeutschen“) beschäftigt, weil einmal eine große deutschsprachige Minderheit in unserer Heimatstadt lebte. So hatten wir eine gute Möglichkeit, einen Film für diesen Wettbewerb zu machen.

Abgedreht-Jurysitzung (2011) Jurysitzung im Jahre 2011

Wie in allen Fällen, wo mehrere Leute zusammen arbeiten, begannen wir mit einem Brainstorming. Die Ideen kamen schnell und es entstand ein Grundkonzept, wie unser Film aussehen sollte. Einen Titel hatten wir auch gefunden: „Spurensuche in Mezőberény”. Der Film handelt von einer jungen Frau, die nach Spuren ihrer ehemaligen Familie sucht. Die Aufgabe war nicht einfach, denn wir hatten nur 10 Minuten, um diese Idee auf der Leinwand zu verwirklichen.

Wegen des knappen Budgets gab es mehrere Schwierigkeiten wie das Finden von günstigen Requisiten, einer entsprechenden Kamera und der Kulisse. Als wir den Film endlich fertig hatten, waren wir sehr froh. So fuhren wir mit großer Aufregung nach Budapest zum Kinotag. Dies ist die wichtigste Veranstaltung, denn hier werden die Preise verteilt, und die verschiedenen Teams haben die Möglichkeit sich gegenseitig kennen zu lernen und ein wenig zu plaudern. 2007, als wir zum ersten Mal teilnamen, haben wir keinen Preis gewonnen. Damit verloren wir aber nicht unser Interesse am Film.

abgedreht_2007

Im nächsten Jahr setzten wir unseren Film fort. Hier dachten wir daran, dass wir eine neue Sprunensuche machen könnten: Jetzt suchte ein alter Mann seine ehemaligen Freunde. Um sein Ziel zu erreichen, besucht er die wichtigsten Gebäude und Personen. In diesem Fall gelang uns unser Kurzfilm besser und wir bekamen einen Sonderpreis für unsere Arbeit.

Für einen weiteren Kurzfilm hatten wir keine Chance, denn es gibt eine Altersgrenze von 19 Jahren. Aber wer auch mit über 19 Jahren noch Lust hat, am Wettbewerb teilzunehmen, hat seit 2008 die Möglichkeit einen „U35sec“-Film zu drehen, gedacht für junge Menschen zwischen 19 und 35 Jahren. Allerdings hat man hier, wie auch der Titel sagt, nur 35 Sekunden für einen kurzen Spot.

abgedreht_2008

Jeder Teilnehmer nimmt automatisch an der Preisverleihung teil, und die Preise sind nicht schlecht: Für den besten zehnminütigen Kurzfilm werden 1000 € vergeben, und für den besten U35 Film 400 €. Eine Kleinigkeit bekommen aber alle Bewerber, meistens ein Buch und ein „Abgedreht“-T-Shirt.

Weitere Infos könnt ihr auf der offiziellen Webseite von „Abgedreht“ finden: www.abgedreht.hu

Also, wenn ihr Lust habt, organisiert ein Team, Kamera in die Hand, und der Spaß und die Aufnahme können beginnen!

Alle Fotos wurden freundlicherweise GeMa vom Organisationsteam „Abgedreht“ zur Verfügung gestellt.

/Attila Almási/